Eisbären Geschäftsführer Patrick Schwarz im Interview: Am Ende wollen alle das gleiche!

 

(Zell am See) Nach einem Jahr Pause kehren im Sommer die EK Zeller Eisbären zurück in die Alps Hockey League. Eishockeyonline.at Redakteur Mathias Funk hat sich mit EKZ Geschäftsführer Patrick Schwarz unterhalten.

 

 

P Schwarz EKZ

 

(Foto: Branislav Rohal)

 

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Herr Schwarz, vielen Dank dass Sie sich die Zeit nehmen, um uns Rede und Antwort zu stehen. In den vergangenen Wochen hat sich in Zell am See viel getan. Wie groß ist die Vorfreude auf die Rückkehr in die Alps Hockey League?


Sehr gerne! Ja, es waren sehr turbulente Wochen/Monate in Zell am See. Die Zeller Eisbären sind einer der größten Traditionsvereine in Österreich, und eine Rückkehr in die Alps Hockey League war für uns intern eine logische Konsequenz. Letztes Jahr im Frühjahr/Sommer hatten wir zum Nennschluss leider noch kein Vorstandsteam, deswegen war eine erneute Teilnahme leider unmöglich. Unser Ziel war es aber von Beginn an wieder in die AHL zurückzukehren. Nach dem verfrühten „Saisonende“ in der AHC-Division1 arbeiteten wir akribisch an der Ligarückkehr. Wir haben ein langfristiges Konzept/Budget aufgestellt, dass sehr auf Kontinuität und Nachhaltigkeit basiert. Wir freuen uns schon sehr in die professionelle Organisation zurückzukehren, in der wir ja immer schon beheimatet waren.

 

Trotz der Pandemie hat man es geschafft, die finanzielle Hürde AHL zu erklimmen. Wie kam es dazu bzw. wie sah ihr Plan aus?


Wir haben ein Mindest- bzw. ein realistisches Maximal-Budget aufgestellt. Ausgabenseitig haben wir die Struktur komplett geändert, und uns völlig neu aufgestellt. Natürlich haben auch wir mit der Corona Pandemie zu kämpfen, und werden die wirtschaftlichen Auswirkungen davon abbekommen. Man darf aber eines nicht vergessen: Als Verein/Unternehmen, kann man sich nicht andauernd hinter der Pandemie verstecken. Wir müssen nach vorne blicken, und Wege suchen, wie man Partnerschaften zu den Sponsoren, sowie die Professionalität ausbauen kann. Wir blicken optimistisch in die Zukunft und wissen, dass wir innerhalb des Vorstandes, sowie im Organisationteam und mit unserem Beirat TOP aufgestellt sind, um diese „Hürde“ erfolgreich zu meistern.

 

Mit Pustertal und Ljubljana verliert die AHL zwei Topklubs an die bet-at-home Ice Hockey League. Umso wichtiger scheint der Wiedereinstieg der Eisbären. Wie haben Sie die Liga 2020/2021 verfolgt?


Erst einmal will ich Ljubljana zum Meistertitel und zum Wiederaufstieg gratulieren - die Slowenen gehören definitiv in die bet-at-home Ice Hockey League und werden eine Bereicherung für diese sein. Bei Pustertal freut es mich auch, eine super Organisation mit einer großen Fanbase und einem neuen coolen Stadion. Die Saison 2020/2021 habe ich persönlich natürlich verfolgt - ein Respekt an alle Vereine und vor allem die Organisation der Liga (Profs). In Zeiten wie diesen sieht man wieder einmal wie wichtig eine professionelle Liga Organisation ist. Persönlich hat es mich aber sehr gefreut wie gut der EHC Lustenau in den Play Offs performt hat. Man hat hier gesehen, dass kein Verband dem anderen überlegen ist. Mich persönlich hätte es für Herbert Oberscheider und Co. sehr gefreut, wenn der EHC Lustenau die Sensation geschafft hätte in das Finale der Alps Hockey League einzuziehen.


..und was kann man sich von den Eisbären erwarten?


Vom EKZ kann man sich 2021/22 folgendes erwarten: Eine hungrige Mannschaft, die wie auch schon die Jahre zuvor ALLE schlagen kann, und um einen der heiß-begehrten Play Off Plätze mitkämpfen wird. Wir basteln im Hintergrund bereits an einer schlagkräftigen Truppe, die in der Eisbärenarena JEDEN schlagen kann. Mehr kann ich dazu aktuell noch nicht sagen, lasst euch überraschen, wir werden trotz des geringeren Budget Konkurrenzfähig bleiben. Wir sehen aber das große-ganze vor uns, und das ist die langfristige Entwicklung des Vereines, sportlich sowie in der Gesamtstruktur. Dort konnten wir in den letzten 10 Monaten schon sehr viel erreichen, das war es aber noch lange nicht!

 

Die ICE hat sich im Frühjahr gegen einen Einstieg der VEU Feldkirch entscheiden. Wie stehen Sie zu dieser Thematik?


Ehrlich gesagt kann ich dazu nicht viel sagen, da ich keine Hintergrundinformationen zur Ablehnung kenne. Die Ligareform besagt, dass die Vereine Eigentümer der Liga sind, und es eine 2/3 Mehrheit der Vereine benötigt um in die ICEHL miteinzusteigen. Es ist natürlich schade das Feldkirch als erfolgreichster Traditionsverein in Österreich nicht in der höchsten österreichischen Spielklasse mitspielen kann. Für uns persönlich, bzw. die AHL, ist die VEU immer ein interessanter Gegner und vor allem im Publikum eine bekannte Größe, wir freuen uns schon wieder auf spannende Duelle gegen Feldkirch.

 

Besonders die Hockey Juniors aus Salzburg sowie die Adler aus Kitzbühel dürften sich auf ein Wiedersehen mit den Zellern freuen. Welche Gegner sind ihre Favoriten?


Die Derbys sind schon immer etwas besonderes. Speziell gegen die Adler aus Kitzbühel geht es da immer sehr hart und mit vielen Emotionen zur Sache! Es pilgern sehr viele Adler Fans von Kitzbühel nach Zell, genauso auch auf der anderen Seite. Die Duelle gegen die Adler sind immer auf Augenhöhe, und wir freuen uns schon wieder sehr darauf! Die Hockey Juniors aus Salzburg gehörten die letzten Jahre schon immer zur Ligaspitze dazu, ein unangenehmer Gegner für alle Teams in der Liga. Prinzipiell gibt es durch das Ausscheiden von Laibach und Pustertal für mich aktuell keinen „fixen Favoriten“. Jesenice, Asiago werden mit Sicherheit wieder ganz vorne dabei sein, die anderen Spots sind meiner Meinung nach völlig offen. Die AHL ist eine sehr ausgeglichene Liga wo beinahe ein JEDER - JEDEN schlagen kann. Ich freue mich aber schon wieder speziell auf die Duelle gegen unsere Österreichischen Sportsfreunde.

 

Auch der Kader nimmt langsam aber sicher Formen an. An welchen Schrauben muss noch gedreht werden?


Unser Ziel ist es ein „Future Team“ aufzubauen, dass zu 2/3 die nächsten zwei bis drei Jahre zusammen bleibt. Wir brauchen wieder einen Kern der über Jahre hinweg zusammenbleibt und eine Einheit wird. Die wundervolle Region Zell am See - Kaprun war immer schon eine beliebte Destination für Spieler. Wenn man z.b. auf unsere Mannschaften der letzten Jahre zurückblickt, haben auswärtige Spieler wie Wilfan, Dinhopel und Tschernutter 9, 10 Saisonen in der Bergstadt gespielt, bzw. streifen zwei davon in der kommenden Saison immer noch das Eisbärentrikot über. Diesen Ruf wollen wir uns wieder erarbeiten! Zu einem großen Stamm wollen wir noch vier bis fünf gute Legionäre verpflichten, die in unsere Philosophie passen. Wie schon oben erwähnt, schauen wir auch bei der Kaderzusammenstellung  nicht auf den kurzfristigen Erfolg, sondern auf das erfolgreiche langfristige Bestehen des Klubs. Wir werden einen größeren breiteren Kader als die Jahre zuvor zusammenstellen, mit einem Kern an Spielern aus dem Bundesland Salzburg, gespickt von jungen hungrigen Spielern die sich entwickeln wollen, und eben den vier bis fünf Kontingentspielern.

 

Die Corona-Pandemie hat auch den Eishockey-Sport teils hart getroffen. Stand der Wiedereinstieg aufgrund der anhaltenden Krise auf der Kippe?


Die Covid-19 Pandemie betrifft bedingt ja kurz oder langfristig so gut wie alle Branchen! Ein Sportverein wie der EKZ bedeutet soziale Verantwortung in der Region, sowie weit darüber hinaus. Das fängt beim Nachwuchs an und geht bis hinüber zu der Organisation eines Spieltages, welcher mit einem Event verglichen werden kann. Natürlich trifft auch uns die Corona Pandemie, jedoch bringt die Krise nicht nur negatives mit sich. Ich denke, dass ich für viele Verantwortliche in diversen Branchen spreche, wenn ich sage, dass diverse Sportarten und Engagements durch die Lockdowns/Einschränkungen wieder an Bedeutung gewinnen werden. Die Fans/Zuschauer brennen wieder darauf Spiele besuchen zu können, freuen sich wieder gemütlich Essen zu gehen. Ich bin mir sicher, dass wenn sich wieder alles halbwegs stabilisiert hat, die Veranstaltungen auch wieder besser besucht werden als zuvor, da man die große Bedeutung dieser erst in der Pandemie erkannt hat. Das Wort Gemeinsamkeit hat auch viel mehr an Bedeutung gewonnen. Wir sind uns sicher, dass wenn wir ALLE Zusammen an einem Strang ziehen, gut aus der Krise kommen.
Auch wenn positiv derzeit nicht das richtige Wort ist  - Wir blicken in eine positive Zukunft und freuen uns auf tolle Spiele in unserem Hexenkessel.

 

Wie sieht der langfristige Plan der EK Zeller Eisbären in der Alps Hockey League aus?


Spätestens zum 100- Jährigen Vereinsjubiläum (2028) wollen wir wieder einen Meistertitel in der zweithöchsten Spielklasse (der letzte war 2004/2005, damals gegen den EHC Lustenau im Finale) feiern. Bis dorthin arbeiten wir mit Vollgas an einer erfolgreichen Zukunft des Vereines! Langfristiges erfolgreiches bestehen, überschattet kurzfristigen Erfolg!

 

Auf was dürfen sich die Eishockeyfans des EKZ besonders freuen?


Eishockey in einer professionell organisierten internationalen TOP Liga!

 

Mit Ljubljana und Asiago standen zwei Klubs aus Slowenien und Italien im Finale. Was sagt das über die sportliche Situation in der AHL aus? Hinken die Österreicher hinterher?


Ich würde es einmal so beschreiben: Es gibt zwei bis drei Vereine (Laibach, Pustertal und Asiago) die den restlichen Vereinen auf die Dauer einer Saison davonziehen. Die Österreicher hinken keinem hinter her, da es in Österreich die zweite Liga ist, und der österreichische Verband die AHL als Entwicklungsliga sieht. Wenn man sich ansieht wie viele Spieler der KAC oder Bregenzerwald (eigenständiger Ausbildungsverein) entwickelt haben, dann stimmt der Weg absolut! Lustenau ist im Spiel 5 der Halbfinal Serie gegen Laibach ausgeschieden, war aber heuer leider auch der einzige Verein in den Play Offs. Durch den Aufstieg der zwei Spitzenklubs (Laibach und Pustertal) werden die Karten neu gemischt. Ich finde die Liga ist sehr ausgeglichen, die budgetären Verhältnisse sind schon ein wenig unausgeglichen, dass stecken die Österreicher meiner Meinung nach aber gut weg! Die Liga ist die letzten zwei Jahre über ausgeglichener geworden. Der Grundsatz ist ein folgender: Es sind drei Verbände, mit drei unterschiedlichen Visionen. Am Ende des Tages wollen alle das gleiche: GEWINNEN!

 


 

Interview: Mathias Funk

 

 

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